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TV-SENDUNG • WZ > NOVEMBER 2022

Was heißt globale Verantwortung?

Die OBS Uplengen fragt nach. Fairer Handel – Faire Chancen für alle (7/7)

Sendung

Hier finden Sie die Sendung unabhängig vom Sendetermin auf unserem YouTube-Kanal. Der Link führt zu YouTube und dort zum Video. Aus Gründen des Datenschutzes binden wir Videos nicht direkt auf der Seite ein.

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Schul-Veranstaltung mit TV‑Aufzeichnung: Fr 18. November 2022, 9.45 Uhr – OBS Uplengen, Höststraße 47 – Uplengen
Sendetermin bei Oldenburg eins steht noch nicht fest

Die Sendung wird am 18. November aufgezeichnet und an dieser Stelle nach Fertigstellung veröffentlicht.

Thema und Gäste

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Projekt einer 9. Klasse der Oberschule Uplengen mit Werkstatt Zukunft im Rahmen des Projektes Fairer Handel – Faire Chancen für alle (7/7). Die Schüler:innen beschäftigen sich mit Frieden als Voraussetzung für Handel – insbesondere für Fairen Handel – und mit dem Einfluss kolonialer Kontinuitäten auf den Welthandel heute.

Referentinnen der Workshoptage sind Frauke Siedenburg, die in vielen Ländern als Friedensfachkraft im Einsatz war, Anne Kress, die als Landschaftsplanerin und Sozialpädagogin seit vielen Jahren als Bildungsreferentin zu Nachhaltigkeit und Entwicklungszusammenarbeit unterwegs ist, und Wilma Nyari, deren Spezialthema koloniale Kontinuitäten insbesondere in der Klimapolitik sind.

Außerdem haben Jugendliche aus der Klasse im Vorfeld ein Interview mit Chris Weigand geführt, dem Gründer von Blue Awareness, der in der Schule einen Vortrag gehalten hat. Seine Themen sind die Liebe zum Meer, Begegnungen mit den Lebewesen der Meere und die endlose Weite des Meeres und seine unbändige Kraft. Und sie werden sich Migrationsgeschichten von Menschen aus ihrem lokalen Umfeld erzählen lassen.

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Für die Aufzeichnung der Sendung in einer Öffentlichen Schulveranstaltung am 18. November (siehe oben) sind angefragt: Julian Pahlke, MdB, Rita Taphorn, Friedensfachkraft und Anne Kress.

Beiträge für die Sendung

Die folgenden Beiträge haben wir im Rahmen unseres Projektes bereits vor der Sendung aufgezeichnet.

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Blue awareness. Die Liebe zum Meer, Begegnungen mit den Lebewesen der Meere,die endlose Weite und seine unbändige Kraft. Das Meer beschenkt uns mitunvergesslichen Erlebnissen. Doch wir geben nicht viel Gutes zurück.  | Video

Die Projekttage

Wie kann man für Frieden in der Welt sorgen? Gibt es heute noch Sklaverei? Was haben koloniale Kontinuitäten mit der Klimakrise zu tun? Diesen und noch viel mehr Fragen haben sich 13 Schüler*innen einer neunten Klasse der OBS Uplengen gestellt.

Angefangen hat die letzte von insgesamt sieben Projektwochen zum Thema „fairer Handel“ mit der zivilen Friedensfachkraft Frauke Siedenburg. Entsendet von Agiamondo hat die Diplom-Pädagogin 1,5 Jahre in Guatemala und 3 Jahre im Süd-Sudan als Mediatorin und in der Traumabehandlung gearbeitet. Im Süd-Sudan hat sie sogar die Gründung des Landes 2011 miterlebt.

Von ihren spannenden Erlebnissen hat sie den Schüler*innen sehr eindrücklich erzählt und stand auch für die interessierten Fragen der Klasse zur Verfügung: Wie läuft die Gesundheitsversorgung in Guatemala? Wie wird bezahlt? Besuchen die Kinder im Süd-Sudan eine Schule? Haben die Menschen digitale Geräte?

Als Friedensfachkraft hat Frauke Siedenburg auch immer wieder versucht Konflikte zu lösen. Wie man Konflikte z.B. durch aktives Zuhören lösen kann, soll die Klasse im Laufe des ersten Projekttages selbst ausprobieren. Über Konfliktlösungen macht sich auch Johann Galtung Gedanken. Er ist norwegischer Mathematiker, Soziologe und Politologe und stellt Konflikte als Teil des menschlichen Lebens dar. Daher gehe es laut ihm nicht darum Konflikte zu vermeiden, sondern vielmehr darum Gewalt vorzubeugen. Die Konfliktenergie solle nicht in Gewalt schliddern, sondern vielmehr in kreative Lösungen von Konflikten – sowohl im Kleinen wie bei Paaren, als auch im ganz Großem, wie bei nationalen und internationalen Konflikten.

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Wie privilegiert wir hier in Deutschland leben dürfen wird spätestens im „Powerwalk“ klar. Jeder schlüpft in eine andere Rolle und darf zwei Schritte vor gehen, wenn er Fragen wie „Hast du eine Schule besucht?“, „Hast du Zugang zu ausreichenden Lebensmitteln?“, „Kannst du Urlaub machen?“ mit ja beantworten konnte. Während der fiktive Unternehmer aus Deutschland immer vor gehen konnte, ist die Jugendliche aus einem Dorf in Gambia fast ganz hinten stehen geblieben.

Mit dieser Erkenntnis gibt es in den zweiten Projekttag zum Thema Sklaverei und Menschenhandel mit Anne Kress. Sie nimmt die Schüler*innen mit in eine Zeit, wo es in Europa noch keinen Zucker und auch keinen Kaffee zu kaufen gab. In kleinen Gruppen beschäftigt die Klasse sich mit den Begriffen „Zucker“, „Widerstand“ und „Gerechtigkeit“. Klar wird: um in Europa Geld mit Zucker machen zu können, wurden Menschen aus Afrika unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Mittel- und Südamerika geschifft, um dort das Zuckerrohr zu ernten. Gehört hatten die Schüler*innen von diesen Umständen noch nicht viel.

Kann man die Ereignisse von früher wieder gut machen? Denn auch wenn keine Menschen mehr zum Ernten vom Zuckerrohr von europäischen Ländern nach Mittelamerika gebracht werden, sind die Folgen der Sklaverei noch heute spürbar. Die Schüler*innen diskutieren über Entschädigungszahlungen: An wen kann man die heute noch zahlen, wo doch die Menschen, die versklavt wurden, nicht mehr leben? Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten der Entschädigung?

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Nach dem Ausflug in der Geschichte geht es im weiteren Verlauf des Tages auch um die heutige Zeit. Gibt es auch heute noch Menschenhandel? Diese Frage kann leider sehr schnell mit ja beantwortet werden. Ein Film über Kindersklaven in Westafrika zeigt erschreckende Einblicke, wie Kinder noch heute in fremde Länder verschleppt werden, um dort unter miserablen Bedingungen arbeiten zu müssen. Und wieder wird klar, wie dankbar wir für unseren hohen Lebensstandard hier in Deutschland sein können.

Abschluss der drei Projekttage in der neunten Klasse bildet Wilma Nyari und das Thema „Koloniale Kontinuitäten in der Klimakrise“. Zu Anfang war der Begriff für die Klasse sehr sperrig, denn viele hatten noch nicht von kolonialen Kontinuitäten gehört. Noch weniger war ihnen geläufig, was die Klimakrise und -politik damit zu tun hat. Nach einer Gruppenarbeit, in der sie selbst versucht haben mehr darüber hinaus zu finden, sind einige Fragen geklärt. Doch einiges war immer noch sehr ungreifbar. Doch dafür war Wilma Nyari da, die den Zusammenhang schlussendlich deutlich machen konnte.

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Die Länder des globalen Nordens verursachen in der Klimakrise einen großen Teil der CO2-Emissionen. Aber sind die direkten Folgen bei uns auch schon zu spüren? Vielleicht fällt hier auf, dass der Sommer heißer ist und im Winter weniger Schnee liegt, aber vor großen Umweltkatastrophen bleiben wir bisher verschont. Anders ist das in Ländern des globalen Südens. Hier sind Folgen des Klimawandels schon viel deutlicher zu spüren, obwohl die Länder selbst diesen kaum vorantreiben. Es gibt Dürren, Wassermangel, extreme Hitze und sogar Menschen, die aufgrund dieser Ereignisse schon ihr Zuhause verlassen müssen. Von Klimagerechtigkeit kann hier nicht die Rede sein.

Insgesamt hat die Klasse an den 3 Projekttagen sehr viel neues gelernt, viele verschiedene Perspektiven eingenommen und sehr interessiert mitgearbeitet. Ganz vorbei ist das Projekt aber zum Glück noch nicht. Am 18.11. steht noch die Abschlussveranstaltung in der Schulaula an, in der die Schüler*innen die Möglichkeit haben spannende Gäste zu interviewen und eine eigene Fernsehsendung zu moderieren.

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Fairer Handel – Alle Teilprojekte im Überblick

Hier stellen wir Ihnen alle Sendungen unserer Schulprojekte zu „Fairen Chancen für alle“ vor, sobald diese fertiggestellt sind. Sieben sollen es insgesamt werden.

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Fairer Handel – Globale Gerechtigkeit und Frieden. Schüler:innen der Oberschule Uplengen erarbeiten Grundstrukturen einer Welt, die auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gegründet ist. Sie fragen, wie eine Jeans in unsere Geschäfte kommt, wie Kakao produziert wird und mehr. Dezember 2021 | Themenseite

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Fairer Handel – Gleichberechtigung gehört dazu. Schüler:innen der Klasse 9b des Alten Gymnasiums Oldenburg zeigen, wie unfair es im konventionellen Handel oft zugeht, welche Auswirkungen Kolonialismus immer noch hat und stellen Geschlechter-Gleichberechtigung in den Fokus. Dezember 2021 | Themenseite

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Fairer Handel – Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Ein Projekt der 9. Klasse der Freien Waldorfschule Oldenburg. Schüler:innen im Gespräch mit Gästen, die aus eigener Erfahrung über die Bedeutung der Menschenrechte im globalen Zusammenhang berichten. April 2022 | Themenseite

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Faire Produktion – Mensch und Natur im Blick. Diese Sendung handelt von den Auswirkungen des Kolonialismus damals und heute, insbesondere im Hinblick auf die Produktionswege, die Auswirkungen auf die Menschen vor Ort und die Auswirkungen auf das Klima. Mai 2022 | Themenseite

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Überproduktion – ein globales Problem. Verschiedenste Perspektiven aus Forschung, Politik und Kunst. Wie kann die Welt fair werden? Ein Projekt der 8. Klasse des Alten Gymnasiums Oldenburg mit Werkstatt Zukunft. Juli 2022 | Themenseite

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Globalisierung – früher und heute. Was ist eigentlich fair? Eine geschichtliche Perspektive. Fairer Handel wird nicht nur unter aktueller Fragestellung, sondern am Beispiel der Hanse auch im Licht der Weltgeschichte angeschaut. Mit der 11. Klasse der Freien Waldorfschule Oldenburg. Juli 2022 | Themenseite

Die Sendereihe

Werkstatt Zukunft produziert monatlich eine TV-Sendereihe, die bei Oldenburg eins und bei weiteren Bürgersendern ausgestrahlt wird. Über unsere Website und unseren YouTube-Kanal sind unsere Videos zeitlich und räumlich unbegrenzt zu sehen.

Förderer unserer Projekte zu Fairem Handel

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Gefördert durch Engagement Global...  | Website

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...mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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...und durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung | Website

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Werkstatt Zukunft in Kooperation mit Schulen in Oldenburg und im Umland sowie mit Oldenburg eins und weiteren Bürgersendern.


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