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TV-SENDUNG • WZ > JULI 2022

Überproduktion – ein globales Problem

Die 8. Klasse des Alten Gymnasiums Oldenburg fragt nach. Fairer Handel – Faire Chancen für alle (5/7)

Sendung

Hier finden Sie die Sendung unabhängig vom Sendetermin auf unserem YouTube-Kanal. Der Link führt zu YouTube und dort zum Video. Aus Gründen des Datenschutzes binden wir Videos nicht direkt auf der Seite ein.

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Schul-Veranstaltung mit TV‑Aufzeichnung: Fr 8. Juli 2022, 10 Uhr – Altes Gymnasium Oldenburg, Theaterwall 11 – Oldenburg
Sendetermin: Mi 20. Juli 2022, 19.00 Uhr – Oldenburg eins

Wiederholungen werden in den Programmankündigungen der Sender bekanntgegeben.

Thema und Gäste

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Verluste und Verschwendung von Nahrungsmitteln bereiten weltweit und auch in Deutschland große Probleme. Ein Drittel der globalen Nahrungsmittelproduktion wird verschwendet und kommt nicht auf unsere Teller.

Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel ist ein hoher Verbrauch an Energie, Wasser und anderen Rohstoffen in der Kette vom Anbau bis zum Handel verbunden. Beispielsweise werden für die Menge der weggeworfenen Lebensmittel knapp 30 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen unnötig genutzt.Lebensmittelverluste wirken sich auch negativ auf das Klima aus. Der vermeidbare Lebensmittelmüll der EU verursacht im Jahr die gleiche Menge klimaschädlicher Gase wie die gesamte Niederlande pro Jahr freisetzt. Wertvoller Ackerboden, Wasser und Dünger, Energie für Ernte, Verarbeitung, Transport und Entsorgung - jedes Lebensmittel verbraucht kostbare Ressourcen.

Alle Lebensmittel, die in Deutschland hergestellt werden, benötigen Acker- bzw. Weideland. Der WWF Deutschland schätzt, dass durch vermeidbare Lebensmittelverluste eine Fläche von über 2,6 Mio. Hektar eingespart werden könnte. Das sind fast 15 % der gesamten Fläche, die wir in Deutschland für unsere Ernährung benötigen. Alleine 1,6 Mio. Hektar entfallen auf Fleisch- und Molkereiprodukte und etwa 0,5 Mio. Hektar auf Getreideprodukte. Mehr dazu auf der Website der Deutschen Verbraucherzentrale | Verbraucherzentrale

Gäste

Gäste der Schüler:innen in der Projektwoche und bei der TV-Aufzeichnung waren

Beiträge für die Sendung

Die folgenden Beiträge haben wir im Rahmen unseres Projektes bereits vor der Sendung aufgezeichnet.

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Die Macht der Mode – wer zahlt welchen Preis? Mode kann zeigen wer du bist, ohne es in Worte zu fassen. Mode dominiert unseren Geldbeutel und hat erheblichen Einfluss auf den Klimawandel. Wie wir mit einem neuen, nachhaltigen Modebewusstsein die Welt positiv beeinflussen können, verrät uns die Modedesignerin in diesem Video.  | Video

Menschenrechte global im Textilhandel

Tag 1 – 04. Juli 2022. Ein Bericht von Max Löffel aus dem Team von Werkstatt Zukunft. Max studiert im 6. Semester Umweltwissenschaften an der Uni Oldenburg

Zu Gast war Anne Kress, eine „Weltbürgerin“, die schon seit ihrer Geburt in Bagdad Entwicklungshilfe durch ihre Eltern kennengelernt hat. Später ging sie selbst als Entwicklungshelferin nach Uganda. Sie zeigte den Schüler:innen Bilder des Postkolonialismus und der westlichen Wegwerfgesellschaft, zum Beispiel Kleidungsstücke, die noch original verpackt in der afrikanischen Wüste liegen.

Um ein Gefühl für die soziale Schere zu bekommen, die immer weiter auseinanderdriftet, spielten die Schüler*innen das Spiel "Powerwalk".

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Das Spiel wurde schon einmal mit einer anderen Klasse des AGO gespielt und gefilmt. Hier kann man sich einen Eindruck von dem Spiel schaffen:

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Powerwalk. Rita Taphorn, Friedensfachkraft, spielt mit der 9. Klasse des AGO Oldenburg ein interaktives Spiel, in dem die Schüler:innen durch Bewegung im Raum erleben, wie die Schere von privilegierten und nicht privilegierten Menschen immer weiter auseinandergeht. | Video

Von Deutschland in die Welt: In Anknüpfung an die gewonnenen Eindrücke ging es mit dem Weltverteilungsspiel weiter. Dazu teilten sich die Schüler:innen auf die Kontinente auf, um im Verhältnis darstellen zu können, wie etwa die Einwohnerzahl oder das Einkommen auf der Welt aufgeteilt ist. Auch hier war eine deutliche Ungleichheit erkennbar. Doch ist eine solche Ungleichverteilung denn auch zugleich ungerecht oder unfair?

Auch Kinderarbeit ist ein großes Thema und wichtig in Hinblick auf den fairen Handel und Gerechtigkeit. Doch wer gilt als Kind und wie viele Kinder arbeiten eigentlich auf der Welt? Wann beginnt die Arbeit keine bloße Tätigkeit mehr zu sein, sondern Ausbeutung? Es zeigte sich, dass scockierenderweise mehr als 404 Millionen Kinder regelmäsig arbeiten müssen.

Abschließend stellte Anne Kress beispielhaft Arbeits- und Menschenrechtsbedingungen in der globalen Textil- und Ernährungsindustrie vor: Die Produktion einer Jeans in Bangladesch, Kakaoanbau in Westafrika und Solidarische Landwirtschaft in Deutschland.

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Die Modeindustrie – wer zahlt welchen Preis?

Tag 2 – 06. Juli 2022. Ein Bericht von Henrike Bullmann aus dem Team von Werkstatt Zukunft. Henrike studiert im 6. Semester Umweltwissenschaften an der Uni Oldenburg

Den zweiten Tag ihrer Projektwoche verbringen die Schüler:innen des Wahlpflichtkurses Umwelt und Wirtschaft mit der Künstlerin und Designerin Claudia Cruz. Es geht um Mode und ihre Herkunft, um (un)faire Textilien und um Design in einem sozialen Kontext.

Bereits in der Einführung in das Thema wird spürbar, was Claudia Cruz, die selbst Mode designt und näht, den Schüler:innen näher bringen möchte. Welche und wieviel Kleidung tragen wir eigentlich? Wo kommt diese Kleidung her, und wie gehen wir mit ihr um? Schließlich wurde alles, was wir tragen, zuvor von jemandem produziert.

Dazu gehört auch, dass immer irgendjemand für etwas bezahlt – während wir uns über ein günstiges Tshirt freuen, leiden Arbeiter:innen im Globalen Süden unter schlechtesten Arbeitsbedingungen. Es geht nicht nur um materielle, sondern auch um menschliche Ressourcen, die in der Textilindustrie benötigt werden.

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In einer Design-Übung sollen aus alten Kleidungsstücken, die nicht mehr getragen werden, neue Unikate entstehen. Es wird geschnitten, genäht, geknotet, geklebt und gemalt – kurzum: von Grund auf neu designt. Die Kreativität packt die Schüler:innen und am Ende gibt es tolle Ergebnisse zu sehen. Die Praxisphase soll zeigen, wie Sachen verändert und verbessert werden können, um sie schließlich wieder gerne zu tragen.

Schließlich werden im Sitzkreis wichtige Fragen diskutiert. Was können wir tun? Wie kann Mode Aktivismus sein? Haben wir mit unseren Entscheidungen Macht? Claudia Cruz möchte gemeinsam mit Schüler:innen überlegen und Handlungsalternativen aufzeigen. Dazu gehört nicht nur gebraucht kaufen, reparieren oder tauschen, sondern sich manchmal auch einfach zu fragen: Brauche ich das wirklich?

Claudia beendet den spannenden und aktiven Tag mit einem passenden Zitat der Designerin Orsola de Castro, das die Schüler:innnen hoffentlich mit nach Hause nehmen: „Das nachhaltigste Kleidungsstück, das es gibt, ist das, das du bereits besitzt.“

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Unser Wirtschaften zum Wohle aller – oder doch nur weniger?

Tag 3 – 07. Juli 2022. Ein Bericht von Henrike Bullmann aus dem Team von Werkstatt Zukunft. Henrike studiert im 6. Semester Umweltwissenschaften an der Uni Oldenburg

Die deutsche Wirtschaft – während dieser Begriff für viele besonders positiv konnotiert ist, betrachtet Referentin Nele Feldkamp unser heutiges Wirtschaftssystem als nicht zukunftsfähig. So werden an dem dritten Projekttag des 8. Jahrgangs des AGOs nicht nur Probleme aufgezeigt und kritisiert, sondern auch nach Lösungsansätzen gesucht: Wie kann man anders wirtschaften?

In unserem aktuellen Wirtschaftssystem läuft doch so einiges schief, stellen die Schüler:innen zunächst einmal fest. Es beginnt bei einer hohen Ressourcennutzung, die nicht nur ökologisch unverträglich ist, da wir über unsere planetaren Grenzen leben, sondern auch zu sozialen Konflikten führt. Damit einher gehen hohe Treibhausgasemissionen, ebenso wie große Mengen an Abfall, die häufig exportiert oder zu Lasten der Umwelt entsorgt werden.

Weiterhin herrschen im Globalen Süden, in den wir unsere Produktionen größtenteils externalisiert haben, prekäre Arbeitsbedingungen. Einkommen und Reichtum ist nicht nur auf globaler Ebene sehr ungerecht verteilt, sondern auch in Deutschland existieren große Ungleichheiten. So besitzen die reichsten 10% der Menschen in Deutschland die Hälfte des Vermögens im Land.

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Aber das BIP, das Bruttoinlandsprodukt, als Maß aller Dinge, steigt doch stetig? Die Schüler:innen lernen, dass das BIP möglicherweise weniger Aussagekraft hat, als häufig angenommen wird. Hierfür wird die reine Wirtschaftsleistung eines Staates gemessen, während Faktoren wie Zufriedenheit der Bevölkerung, der Zustand der Umwelt, unbezahlte Care-Arbeit oder eine ungleiche Einkommensverteilung nicht berücksichtigt werden. Naturkatastrophen können sich durch entstehende Dienstleistungen sogar positiv auf das BIP auswirken.

Alternativen? Die gibt es bereits. Im asiatischen Land Bhutan wird stattdessen das Bruttonationalglück gemessen, für das beispielweise Umwelt, Kultur oder Entwicklung einer Gesellschaft eine Rolle spielen.

Aber auch in kleinerem Maßstab können wir etwas verändern – durch Konzepte wie Foodsharing, Solidarische Landwirtschaft oder ganz allgemein, die Sharing Economy, kann unser Wirtschaftssystem beeinflusst werden. Doch auch ein systematisches Umdenken hin zu einer Orientierung an sozialökologischen Werten muss stattfinden. Wir können nicht nur anders wirtschaften, sondern auch zukunftsfähiger – mit dieser Botschaft geht eine spannende Projektwoche für den WPK des AGOs zu Ende.

Fairer Handel – Alle Teilprojekte im Überblick

Hier stellen wir Ihnen alle Sendungen unserer Schulprojekte zu „Fairen Chancen für alle“ vor, sobald diese fertiggestellt sind. Sieben sollen es insgesamt werden.

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Fairer Handel – Globale Gerechtigkeit und Frieden. Schüler:innen der Oberschule Uplengen erarbeiten Grundstrukturen einer Welt, die auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gegründet ist. Sie fragen, wie eine Jeans in unsere Geschäfte kommt, wie Kakao produziert wird und mehr. Dezember 2021 | Themenseite

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Fairer Handel – Gleichberechtigung gehört dazu. Schüler:innen der Klasse 9b des Alten Gymnasiums Oldenburg zeigen, wie unfair es im konventionellen Handel oft zugeht, welche Auswirkungen Kolonialismus immer noch hat und stellen Geschlechter-Gleichberechtigung in den Fokus. Dezember 2021 | Themenseite

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Fairer Handel – Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Ein Projekt der 9. Klasse der Freien Waldorfschule Oldenburg. Schüler:innen im Gespräch mit Gästen, die aus eigener Erfahrung über die Bedeutung der Menschenrechte im globalen Zusammenhang berichten. April 2022 | Themenseite

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Faire Produktion – Mensch und Natur im Blick. Diese Sendung handelt von den Auswirkungen des Kolonialismus damals und heute, insbesondere im Hinblick auf die Produktionswege, die Auswirkungen auf die Menschen vor Ort und die Auswirkungen auf das Klima. Mai 2022 | Themenseite

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Überproduktion – ein globales Problem. Verschiedenste Perspektiven aus Forschung, Politik und Kunst. Wie kann die Welt fair werden? Ein Projekt der 8. Klasse des Alten Gymnasiums Oldenburg mit Werkstatt Zukunft. Juli 2022 | Themenseite

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Globalisierung – früher und heute. Was ist eigentlich fair? Eine geschichtliche Perspektive. Fairer Handel wird nicht nur unter aktueller Fragestellung, sondern am Beispiel der Hanse auch im Licht der Weltgeschichte angeschaut. Mit der 11. Klasse der Freien Waldorfschule Oldenburg. Juli 2022 | Themenseite

Die Sendereihe

Werkstatt Zukunft produziert monatlich eine TV-Sendereihe, die bei Oldenburg eins und bei weiteren Bürgersendern ausgestrahlt wird. Über unsere Website und unseren YouTube-Kanal sind unsere Videos zeitlich und räumlich unbegrenzt zu sehen.

Förderer unserer Projekte zu Fairem Handel

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Gefördert durch Engagement Global...  | Website

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...mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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...und durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung | Website

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Werkstatt Zukunft in Kooperation mit Schulen in Oldenburg und im Umland sowie mit Oldenburg eins und weiteren Bürgersendern.


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