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THEMEN > JUGEND – BILDUNG – KULTUR

Tor zur Welt – Initiative feiert Jubiläum

Begegnungsarbeit in Galiläa seit 25 Jahren

Von Redaktion, August 2023

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Aus einer Oldenburger Initiative entsteht ein Begegnungszentrum im Norden Israels, das die Bewohner:innen eines jüdischen Kibbuz mit denen des benachbarten Beduinendorfes zusammenführt und Jugendlichen aus aller Welt Begegnungen mit Religionen und Kulturen der Region ermöglicht. Das 25jährige Jubiläum der Vereinsgründung ist Anlass für eine Begegnung der besonderen Art – in Oldenburg.

So fing alles an

Als der Verein „Tor zur Welt – Sha'ar laOlam – Bab l'alAlem“ im Oktober 1998 gegründet und beim Amtsgericht in Oldenburg registriert wurde, ahnte keiner, was aus dieser kleinen Initiative noch alles werden würde. Es waren vorwiegend Jugendliche, teils noch unter 18 Jahren, die die Initiative ergriffen hatten: Vereinsgründung, Gemeinnützigkeit beantragen… Nach der zweiten Jugendreise nach Galiläa und der Begegnung mit den inspirierenden Menschen aus dem Kibbutz Harduf und den umliegenden Beduinendörfern wollten sie ein gemeinsames Projekt ermöglichen und auf die Erde bringen. Darum ging es immer: um Menschenbegegnungen und was sie bewirken in der Welt. Doch beginnen wir von vorn.

Auf einer internationalen Lehrertagung 1992 in Dornach/Schweiz begegnete die damals noch in Dänemark tätige Lehrerin Ilse Wellershoff-Schuur einigen Lehrern aus der frisch gegründeten Waldorfschule im Kibbuz Harduf, Israel. Bald darauf zog sie nach Oldenburg, wo sie an der Waldorfschule als Religionslehrerin tätig war.

1993 fuhr sie das erste Mal in ihrem Leben nach Israel, und fasste daraufhin mit ihrem Mann den Entschluss, den eigenen Kindern zur Konfirmation eine Reise nach Israel/Palästina zu schenken. So entstand dann schon im Jahr 1994 bei der fünfzehnjährigen Frederike Schuur die Vision, die Eindrücke und Erlebnisse ihrer Israel-Reise auch anderen zu ermöglichen.

Und nachdem ihr Bruder Johann mit seinem Freund Hinnerk 1995 schon sein Landwirtschaftspraktikum im Kibbuz Harduf absolviert hatte, begann die Vorbereitung im Jugendkreis der Christengemeinschaft in Oldenburg: Nach intensiver Vorarbeit, Fundraising durch Flohmärkte und Theateraktionen und einer Menge inhaltlicher Vorbereitung findet 1996 die erste Jugendreise mit 16 Teilnehmern in den Kibbuz Harduf statt. Man baute eine Pergola für den geplanten Spielplatz mitten im „Dorf“, begegnete vielen interessanten Menschen, machte Ausflüge in Galiläa und am Ende noch eine kleine Rundreise im Land.

Das 25jährige Jubiläum wird wieder in Oldenburg gefeiert

Was aus dieser Initiative entstanden ist, davon berichtet Ilse Wellershoff-Schuur, die seit Frühjahr 2023 wieder in Oldenburg lebt und arbeitet, aus Anlass des Jubiläums. Zu einem Festwochenende kommen einige der Gründer:innen der Initiative sowie eine Theatergruppe aus dem Kibbuz Harduf nach Oldenburg. Die Oldenburger Öffentlichkeit ist zu den folgenden Veranstaltungen eingeladen:

Begegnungsarbeit in Galiläa – Ein Bericht

Die Oldenburger Ursprünge der interkulturellen Begegnungsstätte Sha'ar laAdam – Bab l'il Insan

Mo 9. Oktober 2023, 20 Uhr | Sophienkirche, Ulmenstraße 29 – Oldenburg

Ilse Wellershoff-Schuur berichtet aus der Arbeit und weist auf die am Do 12. Oktober und Fr 13. Oktober folgenden Theateraufführungen sowie das Festwochenende zum 25jährigen Jubiläum hin.

Tatsächlich begann es 1994, als eine Gruppe von Jugendlichen im Umfeld unserer Gemeinde, die damals noch in der Parkstraße beheimatet war, den Entschluss fassten, nach Israel reisen zu wollen. 1996 gab es dann die erste Jugendreise mit Bauimpuls und in der Folge viele Jahre lang Sommerfreizeiten im Kibbutz Harduf, der Keimzelle vieler Initiativen aus dem anthroposophischen Umfeld – Waldorfschule, biologisch-dynamische Landwirtschaft, Therapeutikum, künstlerische Ausbildungen… und das mitten in Galiläa, in der Nachbarschaft zu Beduinenstämmen, die in einem zwiespältigen Verhältnis zu den neuen Nachbarn standen.

Die Menschen vor Ort empfanden die europäischen Jugendlichen, die bald nicht mehr nur aus Oldenburg kamen, als eine Bereicherung in den Bemühungen um wirklich offene Begegnung der Kulturen, so dass schon im Jahr 1998 der Impuls entstand, ein gemeinsames Kulturzentrum zu schaffen - nicht nur zwischen jüdischen und arabischen Galiläern sondern auch mit der Welt, Besuchern, Studenten und Freiwilligen. Was daraus in den letzten Jahrzehnten alles geworden ist, davon handelt dieser Abend, der zugleich eine Einführung ist in die Theaterabende am 12. und 13. Oktober (siehe Ankündigung in der Rubrik „Konzert – Lesung – Theater“) und das Jubiläumswochenende „25 Jahre Verein Tor zur Welt“, das vom 13.-15. Oktober in unserer Gemeinde stattfindet. Näheres zu diesem Fest-Wochenende im Internet unter torzurwelt-ev.de

Jerusalem im Weben von Schatten und Licht – HaMila Theater aus Galiläa

Do 12. Oktober 2023, 20 Uhr und
Fr 13. Oktober 2023, 20 Uhr | Sophienkirche, Ulmenstraße 29 – Oldenburg

Die Vorstellung des HaMila Theaters aus Galiläa entsteht auf Einladung der Weltkonferenz am Goetheanum/Dornach zu Michaeli 2023 und ist aus Anlass des Jubiläums der Initiative „Tor zur Welt“ in Oldenburg zu Gast. Der Titel der Produktion lautet auf englisch "Jerusalem Weaving Shadows and Light". Das Ensemble schreibt dazu:

Wir spielen kein einzelnes Theaterstück sondern umspielen das Thema von Schein und Wirklichkeit in der Erscheinung des Christus damals und heute, das Phänomen des Antichrist und des Geistes des Materialismus. Im Mittelpunkt dieses Themenraums stehen dabei zwei kurze Dramen: „Die Auferstehung“ (The Resurrection) von W.B. Yeats und eine kurze Szene aus Christopher Fry „Ein Schlaf der Gefangenen“ (A Sleep of Prisoners), außerdem eine szenische Darstellung der Verleugnung des Petrus, ein Ausschnitt aus W. Solovjovs „Antichrist“ und Gedichte von Iftach Ben-Aharon. Im Zusammenhang mit diesen Texten entsteht ein Bild der spirituellen Herausforderungen, mit denen wir heute überall im Leben kämpfen.

Produktionsleitung: Ro'i Schmelzer und Lior Soibelman
Theaterleitung: Miriam Glass-Arnan, Ya'akov Arnan
Das Ensemble besteht aus einer Gruppe an der Theater- und Sprachgestaltungsschule HaMila ausgebildeter Schauspieler und Musiker (8-11 Personen).

Sprachen: Englisch, Hebräisch mit deutschen Untertiteln

Das HaMila Theater ist ein an der anthroposophischen Bühnenarbeit orientiertes Ensemble, das in wechselnden Konstellationen seit etwa 30 Jahren im Kibbutz Harduf/Israel besteht. Wie die gleichnamige Theater- und Sprachgestaltungsschule sind wir Teil der Vereinigung „SOPHIA – für eine Erneuerte Kultur“, einer Organisation, die den Grundkurs in Anthroposophie im Kibbutz Harduf, Seminarkurse unterschiedlicher Lebensfelder sowie die interkulturelle Begegnungsstätte Sha'ar laAdam – Bab l'il Insan umfasst.

Dieses Zentrum entstand in Zusammenarbeit mit dem vor 25 Jahren gegründeten deutschen Verein „Tor zur Welt… e.V.“, der aus einem Jugendkreis der Christengemeinschaft in Oldenburg hervorging. Seit vielen Jahren sind Gruppen verschiedenen Alters aus dem Umfeld der Christengemeinschaft (Jugendreisen, Studienreisen, Friedensübungswochen) am Aufbau der Begegnungsstätte beteiligt gewesen, und gemeinsame Theaterprojekte (u.a. der dreisprachige „Nathan der Weise“ und die „Middle East Side Story“ mit arabisch-, hebräisch- und deutschsprachigen Jugendlichen) haben das Theater HaMila immer wieder nach Deutschland, England und in die Schweiz geführt.

HaMila heißt „Das Wort“, und unser Theater hat über die Jahre ein besonderes Verhältnis zum Wort und einen sehr besonderen Aufführungs-Stil entwickelt. Es ist damit nicht nur regional ein bekannter Kulturfaktor geworden, sondern wird auch international als eines der wenigen Theater der anthroposophischen Bewegung für Bühnenkunst und Sprachgestaltung geschätzt und anerkannt.

Anmeldung/Platzreservierung: Da unsere Kirche nicht sehr groß ist, bitten wir um Anmeldung zu den Vorstellungen per Email unter oldenburg@christengemeinschaft.org oder telefonisch unter 04486 920 285 (Anrufbeantworter). Über großzügige Spenden am Ausgang zu Gunsten des Projektes freuen wir uns sehr!


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