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Oldenburger Zukunftstage 2018

OLDENBURGER ZUKUNFTSTAGE > 2018

Regional einkaufen statt bei Konzernen shoppen

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Samstag, 19. Mai 2018, 10 - 13 Uhr
Kulturzentrum PFL

Wie Amazon fresh in den Lebensmittelhandel drängt, welche Alternativen wir zum Einkauf bei den Handelsriesen haben und warum nicht noch mehr Bauernhöfe sterben dürfen. Ein Workshop mit Jutta Sundermann von „Aktion Agrar – Landwende jetzt!“

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Der Onlinehandelsriese Amazon streckt seine Finger nach unseren Kühlschränken aus – mit seinem Lebensmittel-Lieferdienst „Amazon fresh“, seit Mai 2017 auch in Deutschland. Damit steigt ein Konzern in den Handel mit frischen Lebensmitteln ein, der unberechenbar und für sein aggressives Marktverhalten bekannt ist. Datensammelwut, massive Verletzung von Arbeitnehmer*innenrechten, Steuervermeidung in Millionenhöhe und der Ruin vieler kleiner Buchläden verheißen nichts Gutes für die Landwirtschaft und Lebensmittelbranche. Wo es Amazon gefällt, bootet er kleinere „Partner“ in allen Bereichen aus. Mit seinem Lausch- und Sprach-Tool Alexa treibt der Onlineriese die Erfassung privater Kund*innendaten immer weiter voran.

Was wir für die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft brauchen, sind faire Preise und die Unabhängigkeit der Landwirt*innen von Konzernen.

In den USA experimentiert Amazon offensiv mit verschiedenen Konzepten wie z.B. physischen Läden ohne Kassen und Personal, oder Abholstellen, an denen Kund*innen das online Bestellte schnell in den Kofferraum laden. Im Juni 2017 hat der Konzern für 13 Milliarden Doller die Bio-Supermarktkette „Whole Foods“ gekauft.

Was wir einkaufen und wo, das entscheiden wir jeden Tag selbst. Wir tun gut daran, auch kritisch zu hinterfragen, wie die großen Lebensmittelketten hierzulande agieren: Edeka, Rewe, Lidl und Aldi tragen Verantwortung für das Aufgeben einer großen Zahl von Bauernhöfen im ganzen Land.

Aktion Agrar recherchiert seit zwei Jahren zu Amazon fresh, dem Lebensmitteleinzelhandel - und den besten Alternativen. Deshalb führt die Organisation auch neben einer Kampagne gegen den neuen Lieferdienst („Essen ohne Amazon“) ein „Jahr der Alternativen“ durch mit vielen ermutigenden Beispielen aus dem ganzen Land. Denn Einkaufen ohne Supermarktketten ist möglich. Auch Produkte großer Hersteller, die für Tierleid oder nicht-nachhaltige Landwirtschaft stehen, kommen für immer mehr Menschen nicht in die Tüte bzw. in den konzernfreien Einkaufskorb. Außer lecker sind die Alternativen gut für die Umwelt, das Klima und die Zukunft der Bauernhöfe!

Jutta Sundermann

ist bei „Aktion Agrar“ zuständig für Kampagnen, Presse und Finanzen. Sie ist Bewegungsarbeiterin und Attac-Mitbegründerin und hat Erfahrungen aus Kampagnenarbeit gegen Gentechnik, Biopiraterie und Nahrungsmittelspekulation. Neben ihrem Workshop ist sie am Samstagnachmittag auch Gesprächspartnerin unserer Podiumsdiskussion.

Website | Aktion Agrar

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