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Kumar Ashish – Nepal
Perspektivwechsel: Gerechtigkeit aus Sicht des Globalen Südens – Die Freie Waldorfschule Oldenburg fragt nach
Kumar ist in Nepal und Indien zu Hause und lädt uns ein, die Frage globaler Gerechtigkeit aus der Sicht Asiens in den Blick zu nehmen. In Oldenburg studiert er Engineering Physics, auf Bundesebene ist er Sprecher der ausländischen Studierenden und setzt sich im Vorstand des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für eine globale Vernetzung in Studium und Wissenschaft ein.
Gen Z belebt
Nepal zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Arm an materiellen Werten, arm an demokratischen Verhältnissen, arm an Infrastrukturen. Aber: „Nepal hat sich von einer ländlichen hin zu einer mobileren, offeneren Gesellschaft entwickelt“, erzählt Kumar Ashish, Physikstudent an der Uni Oldenburg, den mehr als 100 Schüler:innen im Festsaal der Freien Waldorfschule. Leider werden Dalits und andere ethnische Gruppen immer noch stark diskriminiert, obwohl das laut Verfassung verboten ist. Die Umweltverschmutzung und -zerstörung beunruhigt mich auch, sagt Kumar.
Seit Anfang 2019 ist Ashish, der aus Nepal stammt und Engineering Physics studiert, Sprecher des Bundesverbandes ausländischer Studierender in Deutschland und er ist außerdem als studentischer Vertreter im Vorstand des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) aktiv. „Auf diese Weise verstehe ich noch besser, wie die Dinge funktionieren“, betont er.
Deutschland ist eines der beliebtesten Studienziele weltweit. Knapp 500.000 internationale Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Die größte Gruppe kommt dabei aus Indien und China. Während ihre Zahl seit Jahren steigt, geht die Zahl deutscher Studierender zurück. Im Studienjahr 2024 lag der Ausländeranteil an den Erstimmatrikulierten bei rund 30 Prozent.
Laut einem Gutachten des Instituts der Deutschen Wirtschaft von 2025 bringen ausländische Studierende deutlich mehr Einnahmen als Kosten für den deutschen Staat. Pro Jahrgang von Studienanfänger:innen ergeben sich Gewinne für den Staatshaushalt von rund 15,5 Milliarden Euro – abhängig davon, wie viele danach zum Arbeiten bleiben.
Zudem ziehen ausländische Studierende in vielen Fällen weitere qualifizierte Zuwanderung nach sich, etwa durch Ehepartner:innen oder Freund:innen. Die Förderung ausländischer Studierender sei damit ein wichtiger Ansatz im Kampf gegen den Fachkräftemangel und die Überalterung der Gesellschaft, so das Gutachten.
Nepal hat zwischen 2015 und 2024 den größten SDG-Fortschritt aller Länder in der Region Ost- und Südostasien erreicht, auch wegen Erfolgen bei der Armutsbekämpfung und dem Ausbau der Infrastruktur. Nepal befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Das Land verlässt offiziell die UN-Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder.
Nach Regierungswechseln und Protesten durch eine politisch aktive Jugend treibt das Land nun seine Transformation durch Digitalisierung, Wasserkraft und Dezentralisierung entscheidend voran. Gleichwohl hat das Land noch einen langen Weg vor sich und wurde zuletzt durch Naturkatastrophen und politische Tumulte zurückgeworfen. Wie viele andere Länder des Globalen Südens leidet auch Nepal unter einer steigenden Schuldenlast.
So arm nach wirtschaftlichen Kriterien Nepal ist, Nepal ist reich an Natur, Kulturen, Traditionen und Ritualen, sowie überaus reich an Gastfreundschaft. Das ist Kumar am Ende seines Gesprächs mit den Schüler:innen wichtig zu sagen.

„Unsere Zukunft“ – Projektwoche 2026 der Freien Waldorfschule Oldenburg
Jedes Jahr bereiten die Schüler:innen der Oberstufe (Klasse 9 – 12) „ihre“ Projektwoche vor. In diesem Jahr haben sie dafür das Thema „Unsere Zukunft“ gewählt, dem sie sich von verschiedenen Seiten nähern wollen. Dazu haben sie Werkstatt Zukunft eingeladen, in Beiträgen für das Plenum sowie in einem Workshop das Thema in globaler Perspektive zu diskutieren.
Wir konnten Referent:innen aus den drei Kontinenten des Globalen Südens für einen Wechsel der gewohnten Perspektive gewinnen, jeweils mit einem eigenen, persönlichen Blickwinkel auf die Frage „Was ist globale Gerechtigkeit aus Sicht des Südens?“ Daraus ergeben sich dann Hoffnungen, Erwartungen und auch Forderungen an die Menschen und an Regierungen im Globalen Norden und an internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen.
So steht Kumar Ashish aus Nepal für die Perspektive Asiens, Thamie Ndunana aus Südafrika und Laila Qarbi aus Deutschland mit Wurzeln in Marokko, mit der sie ein Duo im ASA-Austauschprogramm bildet, stehen für die Sicht Afrikas und Juan José Trujillo aus Kolumbien vertritt Lateinamerika. Jeweils an einem Tag sind sie zu Gast in der Schule und ermöglichen einen intensiven Austausch.
Natürlich reist niemand aus dem Globalen Süden für ein Schulprojekt nach Europa. Indem wir Menschen einladen, die ohnehin zum Studium, zum Austausch oder aus familiären Gründen in Norddeutschland sind, gelingt es die jeweilige Perspektive im persönlichen Kennenlernen in unsere Arbeit hereinzuholen.
So sind im Plenum drei Beiträge entstanden, die wir zu einer TV-Sendung zusammenfügen. Alle Beiträge findet ihr unten in der Übersicht über das Gesamtprojekt. Im Workshop konnten weitergehende Fragen mit unseren Gästen besprochen werden, so dass für die beteiligten Schüler:innen ein Perspektivwechsel möglich wurde.
Nachhaltiges Wirtschaften – global und gerecht: Alle Videos aus unserem Projekt im Überblick
Hier stellen wir euch die bereits veröffentlichten Videos aus unserem Projekt vor. Insgesamt planen wir in den Jahren 2026 bis 2027 dreizehn Schulprojekte und schulübergreifen Einzelbeiträge aus unserer Netzwerkarbeit – siehe unten.
Perspektivwechsel – Projektwoche 2026 der Freien Waldorfschule Oldenburg
Kumar Ashish – Nepal. Kumar Ashish ist in Nepal und Indien zu Hause und lädt uns ein, die Frage globaler Gerechtigkeit aus der Sicht Asiens in den Blick zu nehmen. „Perspektivwechsel“ ist ein Projekt im Rahmen der Oberstufen-Projektwoche der Freien Waldorfschule Oldenburg. Juni 2026 | Themenseite
Thamie Ndunana und Laila Qarbi – Südafrika. Zu Gast aus Südafrika von der NGO Masifunde ist Thamie Ndunana und Laila Qarbi aus Herford, die Politikwissenschaft und Soziologie studiert hat. Laila geht dann für drei Monate zu Masifunde. Sie berichten über ihr Projekt im ASA-Programm. Juni 2026 | Themenseite
Juan José Trujillo – Kolumbien. Juan ist zwischen Kaffeepflanzen groß geworden und hat dort, in den kolumbianischen Anden, ein großes Wissen über den Kaffeeanbau und das Zusammenspiel zwischen Natur und Bauern erlangt. Er möchte alle Prozesse optimieren und nachhaltig gestalten. Juni 2026 | Themenseite
„Wenn die Erde heilig ist“ – Nachhaltigkeit global: Freie Waldorfschule Oldenburg
„Was bedeutet dir Natur? Natur ist alles – schon wenn wir grüne Bäume sehen, bedeutet das für uns Ruhe. Ihr Studium Waldwissenschaften und Naturschutz bringt Anna in Politik und Aktivismus ein. Wissenschaft und Menschlichkeit sind die Grundwerte der gelernten Krankenschwester. August 2026 | Themenseite
Klima schützen – Indigene Weisheit hilft. Schüler:innen fragen Anna Polášek: Du hast dich mit dem indigenen Volk der Yanomami im Amazonas-Regenwald beschäftigt. Wie sehen sie die Natur? Blick auf eine Kultur, die die Erde schützt aber selber vielfältig bedroht ist, etwa durch Goldgräber. August 2026 | Themenseite
Natur schützen – Verbunden sein. „Wer bist du – was machst du?“ Anna Polášek: Ich nehme meinen Aktivismus mit in die Politik in Freiburg. Wir machen aber auch Aktionen wie Bäume gießen in der aktuellen Hitzeperiode. Nur wenn wir der Natur verbunden sind, können wir sie auch schützen. August 2026 | Themenseite
„Mutter Erde“ und die Weltwirtschaft. Kann indigene Weisheit uns anregen, anders mit der Erde umzugehen? Kann uns das helfen, Klimaschutz und Nachhaltiges Wirtschaften im globalen Kontext neu zu sehen? Anna Polášek zu einem neuen Blick auf „Mutter Erde“ und globale Gerechtigkeit. August 2026 | Themenseite
Weitere Beiträge folgen, alle zusammen bringen wir in einer Dokumentation, die wir hier ankündigen – das braucht aber noch etwas Zeit. Die Themenseite ist fertig und berichtet ausführlich über das Projekt mit Anna Polášek.
„Wenn die Erde heilig ist“. Anna Polášek, Waldwissenschaftlerin + Louisa Schneider, Journalistin: Aktivistinnen im Gespräch mit Schüler:innen der Freien Waldorfschule Oldenburg über Nachhaltigkeit, unser Verhältnis zur Natur und einen neuen Blick auf Wirtschaft und Verantwortung. September 2026 | Themenseite
Nachhaltiges Wirtschaften – Netzwerkprojekte schulübergreifend
Staatssekretär Johann Saathoff, BMZ. Die Entwicklungszusammenarbeit steht vor historischen Einschnitten: Weltweit werden Mittel gekürzt obwohl der Bedarf an Hilfe für Hungerbekämpfung, Gesundheitsversorgung und Ernährungssicherheit wächst. Schüler:innen im Gespräch mit ihm. Juni 2026 | Themenseite
Maruan Florencio – Brasilien. Maruan ist Sänger, Komponist und Interpret, der den Reggae als Ausdrucksform und als Verbindung zum Publikum nutzt. Beruflich schützt er die natürlichen Grundlagen seiner Heimatregion durch die Leitung eines Netzwerkes von Kläranlagen. Juni 2026 | Themenseite
Die Sendereihe
Werkstatt Zukunft produziert monatlich eine TV-Sendereihe, die bei Oldenburg eins und bei weiteren Bürgersendern ausgestrahlt wird. Über unsere Website und unseren YouTube-Kanal sind unsere Videos zeitlich und räumlich unbegrenzt zu sehen.
Förderer „Nachhaltiges Wirtschaften – global und gerecht“
Gefördert durch Engagement Global... | Website
...mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung | Website
...und durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung | Website
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Werkstatt Zukunft in Kooperation mit Schulen in Oldenburg und im gesamten Nordwesten sowie mit Oldenburg eins und weiteren Bürgersendern.












