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Der Hurrikan, die Flutkatastrophe und der Klimawandel

Von Andreas Büttner, August 2017

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Satellitenbild Hurrikan „Harvey“ | US National Oceanic and Atmospheric Administration

Die Entstehung eines Tropensturmes hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und kann nicht auf den Klimawandel zurückgeführt werden, sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Flutkatastrophe aber ist auf den Klimawandel zurückzuführen.

Tropenstürme gibt es jedes Jahr, der so noch nicht dagewesene Starkregen und seine katastrophalen Auswirkungen, unter denen die Menschen in Houston und der weiteren Umgebung derzeit leiden, ist dagegen sehr wohl eine Folge der globalen Erwärmung. Rahmstorf, der den Forschungsbereich Erdsystem-Analyse am PIK leitet, erklärt warum.

Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen führen dazu, dass die Luftmassen des Hurrikans mehr Feuchtigkeit binden können, was zu intensiveren Niederschlägen führt. Ohnehin entsteht ein solcher Tropensturm erst bei Wassertemperaturen über 26°C. Die Hoffnung, der Hurrikan würde sich bis zum Auftreffen auf das amerikanische Festland abschwächen, hat sich zwar erfüllt, aber die Auswirkungen waren durch den viel intensiveren Regen katastrophaler als erwartet.

Nach Medienberichten betrug die Niederschlagsmenge an manchen Orten bis zu 65 cm innerhalb von 24 Stunden (Zum Vergleich: In Berlin wurden je nach Stadtteil im ganzen Jahr 2016 zwischen 42 cm und 50 cm Niederschlag gemessen). Das bedeutet für die betroffenen Menschen im Süden der USA überflutete Häuser und Straßen, Zusammenbruch der Stromversorgung, Versorgungsengpässe, Evakuierung und zumindest zeitweise Obdachlosigkeit.

Rahmstorf zufolge bewegen sich in den Regionen, in denen die Tropenstürme entstehen, die Luftströme im Sommer immer langsamer über dem Meer – und haben dadurch wiederum länger Gelegenheit, Wasser zu binden und später als Regen über dem Land abzuladen. Auch hier ist ein Zusammenhang mit dem Klimawandel wahrscheinlich.

Die überproportional steigenden Temperaturen in der Antarktis führen vermutlich zu dieser Verlangsamung und sind so für weiter steigende Niederschlagsmengen bei Tropenstürmen wie „Harvey“ verantwortlich. Keine gute Aussicht für die betroffenen Menschen in der Region.

Website | Potsdam-Institut (englisch)