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Werkstatt Zukunft

TV-SENDUNG • WZ > MAI 2015

Leckeres Obst und Gemüse mit Charakter

Von Redaktion, Mai 2015

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Der Meckerkring unter Leitung von Insina Lüschen tritt während der Gesprächsrunde auf | Foto Eva-Maria Evers

Des Rätsels Lösung vor mehr als 100 Zuschauer*innen geht recht einfach: Stärken wir die (Land-) Wirtschaft vor Ort und schaffen wir darüber hinaus ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in der Region: Wer weiter denkt, kauft näher ein.

Werkstatt Zukunft brachte in seiner fünften Ausgabe in der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters in Kooperation mit der klima allianz Landwirtschaft und Verbraucher*innen einander näher. Die ökosoziale Gesellschaft und Wirtschaft fest im Blick, baute der Meckerkring die kulturelle Schwelle, über die beide Pole einander begegnen könnten. Der plattdeutsche Beschwerdechor hat viel zu meckern an diesem Abend: über Gen-Mais, Verpackungsmüll und Gülle. Schimpfen und Fluchen wirken bekanntlich in der Heimatsprache am besten und klingen am befreiendsten.

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Der Meckerkring (Beschwerdechor) singt auf Platt | Foto Eva-Maria Evers

Ein vierwöchiges Praktikum auf einem Bauernhof in Schweden hat den beiden Schülerinnen Lina Stolz und Lara Bunk einen anderen Blick auf Lebensmittel auch drei Jahre danach bewahrt. Den beiden ist klar, wie viel Handarbeit in Obst und Gemüse steckt. Stefan Mahl, Inhaber des Bioladens ecocion, erklärt genau dies seinen Kund*innen täglich. Diskussionen über Erdbeeren an Weihnachten oder Wein aus Südafrika sind nervig aber wichtig. Henrik Devermann, Landwirt vom Sozialen Ökohof in Papenburg, bespricht mit Mahl, welches Gemüse er in welchen Mengen anbaut. So hat er die Sicherheit, seine Produkte zu einem ordentlichen Preis zu verkaufen.

Für Eduard Hüsers, Geschäftsführer eines Bildungsbüros und Diplom-Agraringenieur, liegt der Schlüssel in der Preisgestaltung der industriellen Landwirtschaft und dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Landwirte müssten immer mehr produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Gesprächsrunde vlnr Theresa Ehmen, Eduard Hüsers, Andreas Büttner, Lina Stolz, Lara Bunk, Barthel Pester, Henrik Devermann und Stefan-Mahl | Foto Eva-Maria Evers

Theresa Ehmen berichtete aus Namibia, wie schwer sich die lokale Landwirtschaft tue, angesichts geringer Niederschläge Erträge zu erwirtschaften, von denen die Menschen leben könnten. Die einzige Landbauschule des Landes würde vom Staat bisher nicht unterstützt und wird von deutschen Spenden finanziert obwohl dringender Bedarf an Fachkräften besteht.

Weitere Fotos aus der Exerzierhalle | Fotos Gesprächsrunde
Fotos vom Auftritt des Meckerkrings | Fotos Meckerkring